Vermieter lassen es krachen auf Kosten des Einzelhandels

Was sich einige Vermieter zu Lasten des Einzelhandels leisten, ist kein Ruhmesblatt für die Immobilienbranche und grenzt an Abzocke! Die Frequenzen und Umsätze gehen zurück, der Kostendruck für die Retailer steigt, doch die Vermieter lassen es krachen. Vor allem bei der zweiten Miete, den Nebenkosten, schlägt man gern zu. Weil die Vermieter nicht in der Lage sind, die Nebenkosten richtig zu managen, müssen sich Mieter mit fehlerhaften Abrechnungen herumschlagen. Besonders auffällig: Immer häufiger versuchen Vermieter durch Klauseln zu verhindern, dass die Mieter ihre Abrechnungen durch unabhängige Experten prüfen lassen. In den Mietverträgen eines Centerbetreibers fand eine Reccom-Prüfung den folgenden Satz: „Sollte der Mieter die Einsicht der Unterlagen durch einen Berater vornehmen lassen wollen, so benötigt er dafür die vorherige Zustimmung des Vermieters.“ Wer verhindern will, dass die Nebenkostenrechnungen solide geprüft werden, hat etwas zu verbergen. Da kommt der Eindruck auf, dass hier die Fehler der Vermieter vertuscht werden sollen.

Kein Wunder, für die Vermieter geht es um viel Geld. Für meine Auftraggeber im Einzelhandel springen da schnell sechsstellige Beträge heraus. Für einen Retailer mit 230 Filialen haben wir eine halbe Million in einem Wirtschaftsjahr herausgeholt. Ich wundere mich darüber, warum immer noch viele Filialisten keine Experten hinzuziehen, denn so viel Geld haben Retailer heute eigentlich nicht mehr zu verschenken. Wir hatten im letzten Jahr auch schon eine Rückvergütung von 150.000 Euro bei nur zwei Standorten für den Mieter. Kein Wunder, dass die Vermieter nicht glücklich über die Schützenhilfe der externen Berater sind. Auch wenn es um viel Geld geht: Mieter haben Anspruch auf korrekte und transparente Abrechnungen nach geltender Rechtslage und nach den mietvertraglichen Vereinbarungen, die oftmals nicht eingehalten werden. Dabei sind korrekte Abrechnungen eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

 

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