„Geschäfte wurden nur gebaut, weil es kein Internet gab“

„Heute kann man fast jedes Unternehmen angreifen.“ Rocket-Internet-Gründer Oliver Samwer meldet sich in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung mal wieder mit markigen Sprüchen und streitbaren Thesen zu Wort. Der Startup-Investor warnt besonders die großen Unternehmen davor, sich in ihrer Marktposition zu sicher zu sein. „Der Große denkt, er hat die Marke, Kapital, viele Mitarbeiter und Fabriken, mehr als hundert Jahre Know-how. Die Kleinen aber werben einfach die wichtigsten Leute ab, bekommen Kapital und machen es schneller, anders und besser“, sagt er.

Schon 2014 sorgte Samwer für Aufsehen, als er auf dem Konsumgüterforum CGF in Paris den anwesenden Vorstandschefs etablierter Handelskonzerne vorwarf, ihren Job nicht zu verstehen und falsch anzugehen. „Geschäfte wurden nur gebaut, weil es kein Internet gab“, behauptete er damals und legte nach: „Sie verstehen das nicht, weil Sie zu alt sind und zu alte Kunden befragen.“ Viele der Anwesenden widersprachen Samwer damals vehement und waren der Ansicht, dass der stationäre Handel einen berechtigten Platz neben dem Onlinehandel habe. Nicht jeder Kunde sei Fan des Shoppings im Netz, es gehe darum, ihnen dort entgegenzukommen, wo die Kunden es möchten – und das sei nun mal auch in Geschäften.

Die Diskussion, welchen Stellenwert der stationäre Handel hat und wie groß die Online-Konkurrenz ist, bleibt brandheiß und aktuell. Sicher ist aber, dass sich Einzelhändler immer neue Ideen einfallen lassen müssen, um Kunden in ihre Geschäfte zu locken. Der Blick über den Tellerrand hat noch niemandem geschadet.

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